Neugeborenes Baby liegt wach auf einer hellen Decke und lächelt

Erstausstattung Baby: Was wir wirklich gekauft haben (und was nicht)

Viele Checklisten für die Erstausstattung sind ellenlang. Wer sie komplett abarbeitet, hat am Ende ein volles Kinderzimmer und ein leeres Konto.

Wir haben gar nicht so viel gekauft. Und das, was wir haben, nutzen wir auch. Hier zeige ich dir unsere komplette Erstausstattung, warum wir uns für jedes Teil entschieden haben und was wir bewusst weggelassen haben.

Unsere Erstausstattung auf einen Blick

  • Beistellbett
  • Babybett
  • Schlafsack
  • Kommode mit Wickelaufsatz
  • Wärmelampe
  • Babybadewanne
  • Kinderwagen
  • Babyschale mit Isofix-Station
  • Spieldecke und Spieltrapez
  • Babyphone mit Kamera
  • Atemüberwachungssensor
  • Milchpumpe (für mich)
  • Kleidung und Windeln

Mehr ist es nicht. Zu jedem Punkt erzähle ich dir unten, wie wir ihn nutzen.

Schlafen: Beistellbett, Babybett und Schlafsack

Nachts schläft unser Sohn im Beistellbett direkt neben uns. Ich habe ihn nah bei mir, und er hat trotzdem seinen eigenen Platz.

Genau das empfehlen auch das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit und die Kinderärzte: im ersten Lebensjahr im Elternschlafzimmer schlafen, aber im eigenen Bett. Ein Beistellbett erfüllt beides.

Tagsüber schläft er in seinem Babybett in seinem Zimmer. Über die Kamera sehe ich trotzdem jederzeit, ob er noch schläft.

Statt einer Decke nutzen wir einen Schlafsack. Darauf solltest du achten:

  • Der Halsausschnitt darf nicht größer sein als sein Kopf, damit er nicht hineinrutscht.
  • Ideal sind etwa 18 Grad im Schlafzimmer.
  • Keine Mütze im Bett. Babys geben überschüssige Wärme über den Kopf ab.

Bei der Matratze gilt: eher fest und nicht dicker als zehn Zentimeter. Kissen, Nestchen und Felle gehören im ersten Jahr nicht ins Bett.

Wickeln: Kommode mit Aufsatz und eine Wärmelampe

Wir wickeln auf einer Hemnes-Kommode von IKEA. Darauf haben wir einen speziellen Wickelaufsatz gesetzt, nicht nur eine lose Wickelauflage. Einen eigenen Wickeltisch wollten wir nicht. Die Kommode bleibt ein normales Möbelstück, wenn wir keine Wickelfläche mehr brauchen. Bis dahin passt in die Schubladen alles rein, was wir zum Wickeln brauchen.

Gegen eine Wickelstation am Bett haben wir uns bewusst entschieden. Wir wollen auf dem Wickeltisch wickeln. Wenn beim Wickeln etwas danebengeht, ist im Zweifel unser Bett nass. Darauf hatten wir keine Lust.

Über der Kommode hängt eine Wärmelampe. Neugeborene kühlen schnell aus, gerade nach dem Baden. Achte beim Kauf auf eine Abschaltautomatik und halte den Abstand zur Wickelfläche ein, den der Hersteller angibt.

Baden: eine Babybadewanne

Wir haben keine Badewanne, nur eine Dusche. Erst dachten wir, das Waschbecken reicht für die ersten Wochen. Das war aber schnell zu klein. Deshalb haben wir eine Babybadewanne gekauft.

Eine Regel gilt beim Baden immer: Lass dein Baby nie allein im Wasser, auch nicht für einen Moment.

Unterwegs: Kinderwagen und Babyschale

Wir fahren den Mast M.5x.

Für das Auto haben wir eine Babyschale von Britax Römer mit der Vario Base. Die Station bleibt fest per Isofix im Auto, die Schale klickt man nur noch drauf. Das geht schnell und ich muss nicht jedes Mal mit dem Gurt herumfummeln.

Die Babyschale brauchst du spätestens für die Fahrt aus der Klinik nach Hause. Im Auto muss dein Baby in einem passenden Kindersitz mitfahren, das schreibt die Straßenverkehrsordnung vor. Wenn du gebraucht kaufst, dann nur, wenn du sicher weißt, dass der Sitz unfallfrei ist und alle Teile dabei sind.

Spielen: Spieldecke und Spieltrapez

Im Wohnzimmer liegt eine Spieldecke. Darüber steht ein Spieltrapez, unter dem er richtig gern liegt und die Figuren anschaut. Mehr Spielzeug braucht er im Moment nicht.

Babyphone mit Kamera und Atemsensor

Wir nutzen ein Babyphone mit Kamera und einen Sensor, der die Atmung überwacht. Beides gibt uns Ruhe, vor allem nachts und wenn er tagsüber in seinem Zimmer schläft.

Eines möchte ich dir aber ehrlich mitgeben, damit du nicht mit falschen Erwartungen kaufst: Ein Atemsensor schützt nicht vor dem plötzlichen Kindstod. Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit schreibt klar, dass Überwachungsgeräte keine absolute Sicherheit bieten. Empfohlen werden sie nur für bestimmte Risikogruppen, zum Beispiel sehr früh geborene Kinder. Und sie dürfen die bekannten Regeln nie ersetzen: Rückenlage, Schlafsack, rauchfreie Umgebung, eigenes Bett im Elternschlafzimmer.

Für uns ist der Sensor ein Extra für das Bauchgefühl. Ob du so etwas brauchst, entscheidest du selbst. Auf deiner Pflichtliste muss er nicht stehen.

Für mich: die Milchpumpe

Bei Erstausstattung denken alle nur ans Baby. Für mich war die Milchpumpe eine der Anschaffungen, die meinen Alltag am meisten erleichtert hat.

Ein Tipp, bevor du eine kaufst: Bei einem medizinischen Grund, etwa Milchstau oder wenn dein Baby zu schwach saugt, kann dir deine Frauenärztin oder der Kinderarzt eine Milchpumpe verschreiben. Dann übernimmt die Krankenkasse die Leihgebühr, meist erst einmal für vier Wochen. Ohne Rezept kostet eine Leihpumpe aus der Apotheke etwa 1,80 bis 3 Euro am Tag.

Kleidung und Windeln

Bei der Kleidung haben wir zu viel gekauft. Unser Sohn ist ein Sommerbaby, und Sommerbabys brauchen nicht viel. T-Shirts fand ich zum Beispiel unnötig. Ich habe fast immer nur einen Wickelbody genommen und bei Bedarf eine Hose drübergezogen. Weil wir im Dachgeschoss wohnen und es oben im Sommer richtig warm wird, lag er oft auch einfach nur in der Windel da.

Unsere Windeln kaufen wir bei dm. Wir haben verschiedene ausprobiert, und die passen für uns am besten. Mein Tipp: Kauf vor der Geburt keine riesigen Vorräte einer Marke. Was gut sitzt, merkst du erst, wenn dein Baby da ist.

Was wir (noch) nicht gekauft haben

Den Hochstuhl haben wir noch nicht. Den brauchen wir erst, wenn er mit Brei anfängt. Bis dahin würde er nur Platz wegnehmen.

Die Wickelstation am Bett haben wir, wie oben erklärt, bewusst weggelassen.

Unsere Regel war einfach: Wir kaufen, was wir in den ersten Wochen wirklich brauchen. Alles andere kommt dazu, wenn es so weit ist. So stehen bei uns keine Sachen herum, die wir nie benutzen. Nur bei der Kleidung hat das nicht ganz geklappt.

Was kostet die Erstausstattung?

Was alles zusammen gekostet hat, weiß ich ehrlich gesagt nicht mehr.

Eine Auswertung von C&A aus dem Jahr 2026 kommt auf 2.770 bis 3.350 Euro, wenn man alles neu kauft. Über 60 Prozent davon entfallen auf Kinderwagen, Babyschale, Babybett und Wickelmöbel. Genau dort lohnt es sich hinzuschauen. Bei den großen Teilen sparst du am meisten, wenn du gebraucht kaufst oder dir etwas leihst. Bei der Babyschale gelten die Einschränkungen von oben.

Mein Rat aus der Elterngeld-Ecke: Plane die großen Anschaffungen vor der Geburt ein, solange noch dein volles Gehalt kommt. In der Elternzeit ersetzt das Elterngeld nur einen Teil deines Einkommens. Wie viel bei dir ankommt, hängt stark davon ab, wie du Basiselterngeld und ElterngeldPlus aufteilst. Das habe ich in diesem Artikel erklärt.

Mein Tipp

Kauf erst das, was du in den ersten Wochen brauchst: einen sicheren Schlafplatz, einen Schlafsack, eine Wickelfläche und die Babyschale fürs Auto. Alles andere kann warten, bis du merkst, dass es dir fehlt.

Und wenn du gerade sowieso am Planen bist: Für den Elterngeld-Antrag habe ich eine kostenlose Checkliste zum Ausdrucken erstellt. Damit hast du alle Unterlagen und Fristen auf einen Blick.


Quellen (Recherche 02.10.2026):


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