Mama sitzt mit dem Handy auf dem Sofa, davor spielt ein Baby mit einem Stapelturm

Haushaltsbuch für Familien mit schwankendem Einkommen: Mein System

Ich habe es mehrmals mit einem ganz normalen Haushaltsbuch versucht. Spätestens im dritten Monat stand da ein dickes Minus, und ich wusste nicht, ob ich mir Sorgen machen muss. Bei uns kommt nämlich nicht jeden Monat derselbe Betrag aufs Konto. Erst war es mein Gehalt, dann das Elterngeld, bald kommt Teilzeit. Dazu mein eigenes kleines Business, das mal gut läuft und mal fast nichts bringt.

Deshalb habe ich mir ein eigenes System gebaut. Es hat drei Schritte und funktioniert auch, wenn bei euch eigentlich ein festes Gehalt ankommt.

Warum ein normales Haushaltsbuch bei uns nicht funktioniert hat

Ein klassisches Haushaltsbuch stellt jeden Monat Einnahmen und Ausgaben gegenüber. Das klappt, solange beide Seiten ungefähr gleich bleiben. Bei schwankendem Einkommen ist ein Minus aber ganz normal. Im einen Monat kommt eine größere Zahlung, im nächsten fast nichts. Die Monatsbilanz springt hin und her und sagt mir nichts.

Was ich eigentlich wissen will: Reicht unser Geld übers Jahr? Und ab wann muss ich gegensteuern? Dafür fehlten mir in den gängigen Vorlagen zwei Dinge, nämlich ein festes Basis-Einkommen und ein Puffer.

Schritt 1: Ein Basis-Einkommen festlegen

Das Basis-Einkommen ist der Betrag, von dem wir auch in einem schwachen Monat sicher leben können. Daran richte ich alle geplanten Ausgaben aus. Nicht am Durchschnitt und schon gar nicht am besten Monat.

Um den Betrag zu finden, schreibe ich auf, was in den letzten zwölf Monaten wirklich auf dem Konto angekommen ist. Gab es in der Zeit einen großen Wechsel, zum Beispiel den Start in die Elternzeit, nehme ich nur die Monate danach. Mindestens drei sollten es sein. Aus den drei schwächsten Monaten bilde ich den Durchschnitt. Das ist mein Basis-Einkommen.

Das Ergebnis hat mich überrascht. Aus dem Bauch heraus hätte ich deutlich mehr geschätzt. Erst da ist mir aufgefallen, dass ich im Kopf immer mit den guten Monaten geplant und die schwachen einfach ausgeblendet habe.

Wichtig dabei: Eine Einnahme zählt in dem Monat, in dem sie auf dem Konto ankommt. Nicht in dem Monat, in dem ich die Rechnung schreibe. Beim Elterngeld gilt übrigens dasselbe, das habe ich im Artikel zum Zuflussprinzip erklärt.

Schritt 2: Puffer statt Minus

Was über das Basis-Einkommen hinaus reinkommt und nicht ausgegeben wird, wandert in den Puffer. In schwachen Monaten nehme ich die Lücke aus dem Puffer. So gleichen sich gute und schwache Monate aus.

Ein Beispiel mit runden Zahlen: Mein Basis-Einkommen liegt bei 1.200 Euro. Im März kommen 2.000 Euro rein, ich gebe 1.150 Euro aus. Der Puffer wächst um 850 Euro. Im April kommen nur 600 Euro an. Ich gebe wieder 1.150 Euro aus und nehme 550 Euro aus dem Puffer. In einem normalen Haushaltsbuch wäre der April ein Minusmonat. Bei mir ist er einfach ein schwacher Monat, den der März auffängt.

Für den Puffer setze ich mir ein Ziel. Ich orientiere mich an zwei bis drei Monaten Ausgaben. Liegt der Puffer darüber, darf auch mal etwas Größeres drin sein. Liegt er darunter, baue ich ihn erst wieder auf.

Der Puffer ist übrigens kein Sparkonto. Geld für ein bestimmtes Ziel, etwa den Urlaub oder ein neues Auto, buche ich als Ausgabe und führe es getrennt. Sonst verschwimmt beides, und ich weiß nie, wie viel Reserve wirklich da ist.

Schritt 3: Einmal im Monat auf die Ampel schauen

Damit ich nicht jeden Monat neu rechnen muss, zeigt mir eine Ampel, wie es steht:

  • Grün: Der Puffer liegt über meinem Ziel. Alles entspannt.
  • Gelb: Der Puffer ist noch da, liegt aber unter dem Ziel. Jetzt keine großen Extras.
  • Rot: Der Puffer ist aufgebraucht. Wir haben insgesamt mehr ausgegeben, als reingekommen ist.

Wer meinen Artikel zum Ampelsystem beim Elterngeld kennt: Die Idee ist dieselbe, nur geht es hier ums ganze Haushaltsgeld.

Springt die Ampel auf Gelb, gehe ich unsere Ausgaben durch und schaue, wo wir sparen können. Bei uns sind das meistens Lebensmittel, Benzin und die Fixkosten. Fixkosten klingen nach etwas, das man nicht ändern kann. Ein Handyvertrag, ein Abo oder eine Versicherung lässt sich aber oft kündigen oder wechseln. Gelb ist für mich deshalb eine frühe Warnung. Es ist noch Geld da, und ich habe Zeit zu reagieren, bevor es eng wird.

Diese Kategorien nutzen wir im Haushaltsbuch für die Familie

Bei den Kategorien habe ich lange herumprobiert. Bei zu vielen verliere ich die Lust am Eintragen. Bei zu wenigen sehe ich nicht, wo das Geld hingeht. Gelandet bin ich bei zwölf:

  1. Miete und Wohnen
  2. Nebenkosten und Strom
  3. Lebensmittel
  4. Drogerie
  5. Versicherungen
  6. Auto und Mobilität
  7. Baby und Kind
  8. Kita und Betreuung
  9. Handy, Internet und Abos
  10. Gesundheit
  11. Sparen und Rücklagen
  12. Sonstiges

Das Kind bekommt bei uns eine eigene Kategorie. Sonst verschwinden Windeln, Kleidung und Babykram irgendwo unter Sonstiges, und ich sehe nie, was wirklich zusammenkommt.

Wie viel Familien im Schnitt ausgeben, zeigt das Statistische Bundesamt. Paare mit Kindern unter 18 Jahren hatten 2024 Konsumausgaben von 4.664 Euro im Monat. Der größte Posten war Wohnen mit 1.582 Euro, inklusive Energie. Danach kamen Essen und Getränke mit 696 Euro und Verkehr mit 686 Euro. Genau bei Lebensmitteln und Benzin setze ich auch an, wenn unsere Ampel auf Gelb springt. Da lässt sich im Alltag am schnellsten etwas bewegen. An der Miete eher nicht.

Sparen steht bei mir als Ausgabe im Haushaltsbuch. Was ich aufs Sparkonto schiebe, ist für den Alltag weg, und genau so soll es auch aussehen.

Jeden Kassenbon trage ich nicht ein. Mir reicht die Monatssumme pro Kategorie, die ich aus dem Kontoauszug zusammenzähle. Das dauert einmal im Monat eine Viertelstunde.

Gemeinsames und eigenes Geld: das Drei-Konten-Modell

Bei Paaren kommt noch eine Frage dazu: Wie trennt man gemeinsames und eigenes Geld? Viele Paare nutzen dafür das Drei-Konten-Modell. Es gibt ein Gemeinschaftskonto für alles, was die Familie betrifft, also Miete, Lebensmittel, Versicherungen und Kind. Dazu hat jeder ein eigenes Konto. Beide überweisen jeden Monat einen festen Betrag aufs gemeinsame Konto. Was übrig bleibt, gehört jedem selbst, ohne Rechtfertigung.

Am einfachsten ist es, die gemeinsamen Kosten hälftig aufzuteilen. Jeder überweist denselben Betrag, und es gibt nichts auszurechnen oder zu diskutieren.

Im Haushaltsbuch führe ich deshalb zwei Budgets: mein eigenes Geld und das Haushaltsgeld. Die Überweisung aufs gemeinsame Konto ist in meinem Budget eine Ausgabe und im Haushalt eine Einnahme. So zählt nichts doppelt.

Mein Tipp

Fang mit dem Basis-Einkommen an, nicht mit den Kategorien. Solange du nicht weißt, mit wie viel du in einem schwachen Monat sicher rechnen kannst, planst du deine Ausgaben ins Blaue. Und wenn bei euch ein festes Gehalt ankommt, trägst du einfach das Nettogehalt als Basis ein. Dann zeigt dir der Puffer zusätzlich, wie viel Reserve sich übers Jahr aufbaut.

Mein System habe ich als Tabelle gebaut, die in Excel und in Google Tabellen läuft. Basis-Rechner, Puffer, Ampel und Sparziele rechnen automatisch, du trägst nur deine Zahlen ein. Du findest das Haushaltsbudget bei meinen Tools.

Keine Finanz- oder Steuerberatung. Das Haushaltsbuch ist ein Werkzeug für deine eigene Planung.

Häufige Fragen

Funktioniert das auch mit festem Gehalt?
Ja. Dann ist dein Basis-Einkommen einfach dein Nettogehalt. Der Puffer zeigt dir, wie viel am Ende jedes Monats übrig bleibt und wie groß deine Reserve wird.

Wie hoch sollte der Puffer sein?
Ich orientiere mich an zwei bis drei Monaten Ausgaben. Schwankt dein Einkommen stark, zum Beispiel weil du selbstständig bist, darf es auch mehr sein.

Was mache ich, wenn die Ampel auf Rot steht?
Zuerst schaue ich, ob das eine einmalige Sache war, etwa eine Jahresrechnung. Steht die Ampel mehrere Monate auf Rot, ist mein Basis-Einkommen zu hoch angesetzt. Dann senke ich es und plane die Ausgaben neu.

Muss ich jeden Einkauf eintragen?
Nein. Die Monatssumme pro Kategorie reicht völlig. Die bekommst du aus dem Kontoauszug.


Quellen (Recherche 09.10.2026):


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